Susanne Strecker: Schreibstilratgeber I

https://i1.wp.com/www.epubbuy.com/5162-5165-large/schreibstilratgeber-erfolgreiche-heilung-strecker.jpgDieser Ratgeber trägt den Untertitel „Erfolgreiche Heilung von Adjektivitis, Bindewortentzündung & Co.“ und ist der erste aus einer Reihe von insgesamt drei Ratgebern der Autorin.

Susanne Strecker widmet sich der Rechtschreibung und Zeichensetzung und behandelt – angelehnt an ärztlichen Fachjargon – Stilfragen auf Grammatikebene. Dabei greift sie auf ihre Erfahrung aus dem Korrektorat von Romanmanuskripten zurück.

Es geht also nicht darum, den persönlichen, individuellen Schreibstil zu finden, sondern um allgemeine Hinweise und Regeln zu einem bewussten Umgang mit der Sprache, die letztlich dazu führen, seine eigenen Texte zu prüfen und zu redigieren.

Besonders interessant für angehende Schriftsteller dürfte das Kapitel über die Formalitäten sein, da sie in anderen Ratgebern selten thematisiert werden. In einer Schritt-für-Schritt-Anleitung erklärt Strecker wie man eine Normseite einrichtet und empfiehlt Korrektursoftware für den Computer sowie weitere Programme und Internetseiten.

Der Schwerpunkt sind häufige Stilkrankheiten, die anschaulich erklärt und therapiert werden. Beispiele sind die Häufung von ungenauen Adjektiven, überflüssigen Adverbien und der falschen Verwendung von Konjunktionen. Strecker schreibt dabei unterhaltsam und stilsicher und zeigt, dass man sich vor grammatischen Begriffen nicht fürchten muss. Allerdings hat auch das seine Grenzen: Die Stilkrankheiten sind an medizinische Fachbegriffe angelehnt und werden konsequent im Buch verwendet. Anfangs ist es noch amüsant, doch ich wäre auch ohne solche Bezeichnungen ausgekommen: „Dramakulitis (Textualitäts-Effluvium oder Textal-Fatigue-Syndrom)“ oder „Emotionepsie (Dysfunktion der textitischen Empathie)“.

Der letzte Abschnitt führt alles zusammen: In der Manuskript-Kernspintomographie werden authentische Texte geprüft und analysiert. Durch Korrekturen, Anmerkungen und Begründungen zeigt Strecker Lösungen für typische Fehler von Nachwuchsautoren auf.

Fazit

Ratgeber wie diese sind selten und fallen auf – vor allem zwischen denjenigen, die sich auf Plot, Charaktere, und Handlung(sorte) spezialisiert haben. Susanne Streckers Schreibtstilratgeber betrachtet ausführlich die grammatische und formale Ebene eines Textes. Der Ratgeber ist eine Hilfe und ein Nachschlagewerk, um eigene (literarische) Texte gezielt zu redigieren und korrigieren. Je nach Kenntnisstand des Lesers/Schreibers ist sicherlich nicht jedes Kapitel gleichermaßen interessant, doch bei den vielen Analysebeispielen kann jeder noch etwas lernen: auch, wenn es (nur) der bewusste Umgang mit der Sprache ist, oder der prüfende Blick, ob die gewählten Beschreibungen mit der Sicht des Perspektivträgers übereinstimmen.

Auf der Internetseite zum Schreibstilratgeber finden sich unter anderem Inhaltsangaben und Leseproben aller drei Bände sowie Links zu den Online-Tools des Schreiblabors (z.B. Füllwörter-Test, Text-Analyse und Namensgeneratoren).

Demnächst folgt eine Besprechung der weiteren Teile der Ratgeberserie.

Schreibstil_Ratgeberserie

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