Literaturzeitschriften im Porträt

Eine Übersicht über Literaturzeitschriften und ihre Zukunft im Medienwandel.

Sie führen ein Schattendasein, sind wie die Stiefschwestern des Feuilletons und man kommt selten mit Ihnen in Berührung. Literaturzeitschriften sind überwiegend über das Internet bestellbar, in wenigen Buchhandlungen verfügbar und sie verschwinden manchmal schneller als auf Internetseiten ihre Verlinkungen aktualisiert werden können. Oft werden sie jungen Schriftstellern wegen der Veröffentlichungsmöglichkeiten empfohlen und, um einen Überblick über die Literaturszene und aktuelle Tendenzen zu bekommen.

Literaturzeitschriften

Literaturzeitschriften in Deutschland

Die Landschaft der literarischen Zeitschriften ist vielfältig, hügelig, bunt und unübersichtlich: Nach Angaben von drei Handbüchern gibt es zwischen 100 und 450 deutschsprachige Zeitschriften, die sich in folgende Kategorien unterteilen:*

  1. Fachzeitschriften für Wissenschaftler
  2. Publikumszeitschriften
  3. Zeitschriften mit Primärtexten

Wenn ich von Literaturzeitschriften schreibe, beziehe ich mich auf solche mit Primärtexten. Diese Zeitschriften unterscheiden sich untereinander nicht nur stark in ihrer Auflagengröße, sondern auch in Thema, Genre und literarischem Anspruch.

In einem Fortsetzungsartikel sehe ich mir verschiedene Literaturzeitschriften näher an und werde sie allgemein und bezüglich Schreibstil, Profil sowie Veröffentlichungsmöglichkeit demnächst hier vorstellen.

(*Quelle: Literaturmedien in Deutschland; goethe.de)

Literarische Zeitschriften im Wandel

Junge Talente und neue Stile entdecken, Schreibexperimente und Literaturkritik – das ist die Vorstellung, die man von den Inhalten und der Funktion der Zeitschriften hat, doch die Inhalte haben sich gewandelt – besprochen und kritisiert wird Literatur mittlerweile woanders. In Ihrem Artikel fasst Susanne Krones die Situation der Literaturzeitschriften wie folgt zusammen:

„Leserinnen und Leser verfolgen literarische Debatten heute in den Tages- und Wochenzeitungen. Redakteure und Lektoren akquirieren mithilfe von Agenturen. Autorinnen und Autoren wiederum brauchen den Werkstattcharakter literarischer Zeitschriften immer weniger, seit die Angebote des Literarischen Colloquiums Berlin oder der Literaturhäuser einen solchen Rahmen bieten und seit auch online publiziert werden kann.“

Stellenwert und Zukunft

Literarische Zeitschriften in Deutschland haben in den letzten Jahren an Bedeutung verloren. Laut einem Artikel über die Zeitschrift Akzente

„Waren sie noch bis in die sechziger Jahre ein wichtiges Kommunikationsmittel, so sind sie heute dazu verdammt, Spezialisten zu informieren. Wenn man bedenkt, daß zum Beispiel die FRANKFURTER ALLGEMEINE ZEITUNG heute jeden Tag sechs bis acht Seiten dem Feuilleton vorbehalten hat, dann kann man ermessen, wieviel literarische Informationen von Zeitschriften auf Zeitungen übergegangen sind. Es ist anzunehmen, daß im nächsten Jahrhundert Literaturzeitschriften entweder staatlich gefördert werden oder aber gar nicht existieren werden.“

Listen deutschsprachiger Literaturzeitschriften

gibt es auf folgenden Internetseiten:

  1. Liste des Uschtrin Verlages
  2. Liste von Autorenforum.de (Stand ist hier 2009, viele Zeitschriften und Links existieren nicht mehr)
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4 Antworten zu “Literaturzeitschriften im Porträt

  1. Pingback: Literaturzeitschriften im Porträt: “Edit” | Literarischer Alltag·

  2. Hallo,

    du hattest mal Schreibhefte vorgestellt, bei denen man jeden Tag eine Aufgabe zum Schreiben gestellt bekommt. Leider finde ich den Artikel nicht mehr. Wie heißen die Hefte noch mal?

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