Dranbleiben und weiterschreiben

Zehn Tipps, um angefangene Texte weiterzuschreiben

Es ist wie mit allem, was man regelmäßig tut: Vokabeln lernen, Laufen, Schwimmen, Klavier spielen, an der Ernährungsumstellung festhalten… Nur mit der Regelmäßigkeit stellen sich Erfolge ein – das gilt genauso für das Schreiben.

Den Anfang schaffe ich meistens dann problemlos, wenn ich nicht zu viel im Voraus geplant habe – Selbst wenn ich ein verschwommenes Bild von einem Text im Kopf habe und nicht weiß, wie ich anfangen soll, fange ich einfach irgendwo an, ganz egal. Hauptsache, ich schreibe etwas auf. Die ersten Sätze führen mich weiter und ich habe ein Gerüst, bringe Gegenstände und Stimmungen ein, die nicht geplant sind, sich aber gut für die Geschichte anfühlen.

Irgendwann stocke ich, schreibe nicht mehr und die Geschichte bleibt über Jahre liegen (das ist tasächlich schon vorgekommen!) und irgendwann will ich sie gar nicht mehr in die Hand nehmen. Damit mir, und falls es euch ähnlich geht, das nicht mit aktuellen Texten passiert, habe ich Ideen gesammelt, um weiterzuschreiben.

  1. Täglich schreiben. Seit drei Wochen führe ich eine Schreibstatistik, die mich motiviert, wenn nicht täglich, dann immerhin regelmäßig zu schreiben. In zwei Wochen werde ich die Grafik meiner Juni-Schreibstatistik bloggen.
  2. Den Text nicht zu lange reifen lassen. Ich schiebe Texte gerne beiseite, um Abstand zu gewinnen, aber dann warte ich zu lange und habe mich gedanklich zu weit vom Thema entfernt und stehe meinem Text gleichgültig gegenüber.
  3. Schreibzeit finden. Ich habe sie mittlerweile gefunden: ab 23 Uhr. Davor habe ich meist alles für die Uni erledigt, bin aber noch zu wach, um schlafen zu gehen.
  4. Ritualen nachgehen. Sofern man sie hat, sollte man sie pflegen. Das kann ein spezieller Stift sein, ein bestimmtes Lied, das das Schreiben begleitet oder die lila Tinte, mit der Virginia Woolf bekanntlich ihre Texte geschrieben hat.
  5. Erinnerung an das tägliche Schreiben. Ich habe mir einen Zettel an den Schreibtisch geklebt. Vielleicht hilft auch eine Postkarte mit einem Aphorismus, ein Stein (in der Hosentasche, im Geldbeutel, auf dem Schreibtisch) oder ein spezielles Armband, das man mit dem Schreiben assoziiert, weil zum Beispiel Federn daran hängen?
  6. Ziele setzen. Je nach Text können es sein: Wörter, Seiten, Abschnitte, Kapitel oder Einsendeschlüsse von Wettbewerben.
  7. Ideensammlungen. Listen anfertigen mit möglichen Themen, Figuren, Namen, Bildhafte Ausdrücke, Lieblingswörtern, Farben, Schauplätzen etc.
  8. Auf  Zeit schreiben. Zeitlimit setzen, einen Timer einstellen und drauflos schreiben. Mir hilft dieser Zeitdruck, etwas zu schreiben; andere dagegen empfinden es mehr als ein Hindernis. (Die Idee solcher Word Wars kenne ich seit ich 2009 zum ersten Mal am NaNoWriMo teilgenommen habe.)
  9. Schreibpausen einlegen. Eine bewusste schreibfreie Zeit kann besser sein, als Schreiben unter Druck.
  10. Manchmal mehr schreiben und weniger darüber nachdenken.

… und an manchen Tagen hilft nichts davon …

Wie ist es bei euch: Welche Ideen, Methoden oder Stimmungen helfen euch, um weiterzuschreiben?

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2 Antworten zu “Dranbleiben und weiterschreiben

  1. Pingback: Stilübung – Haiku « Literarischer Alltag·

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