Kurzrezension – Franz Kafka: Amerika

(Titel auch bekannt unter: Der Verschollene)

AmerikaDer erste Satz

„Als der sechzehnjährige Karl Roßmann, der von seinen armen Eltern nach Amerika geschickt worden war, weil ihn ein Dienstmädchen verführt und ein Kind von ihm bekommen hatte, dem schon langsam gewordenen Schiff in den Hafen von New York einfuhr, erblickte er die längst beobachtete Statue der Freiheitsgöttin wie in einem plötzliche stärker gewordenen Sonnenlicht.“

 

Das Werk in einem Satz

Nach seiner Ankunft in Amerika treibt der Immigrant Karl Roßmann von einem Ort zum anderen – ohne die Ungerechtigkeit, die Missverständnisse und die Menschen in Amerika zu verstehen und ohne jemals wirklich dort anzukommen.

In Erinnerung geblieben…

ist mir, dass sich das Werk/Fragment sehr flüssig lesen lässt, der Schreibstil und die Bilder sehr klar sind (bis auf gelegentliche Schachtelsätze); hier einige Beispiele:

„Klara ging im Zimmer herum, ihr Rock rauschte um ihre Beine…“

„Ja, frei bin ich“, sagte Karl, und nichts schien ihm wertloser.

„Wir sind doch Ihre Kameraden“, sagte Robinson, und widerliche Tränen der Trunkenheit stiegen ihm in die Augen.

Überflogen hätte ich am liebsten…

die lange Diskussion, nachdem bereits klar war, dass Karl die Stellung als Liftjunge verlieren wird. Außerdem alle anschließenden Stationen auf Karls Weg, weil sie keine Entwicklung, sondern eine Wiederholung darstellen – und die Grundthematik lediglich bestätigt anstatt ihr Neues hinzuzufügen.

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2 Antworten zu “Kurzrezension – Franz Kafka: Amerika

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