Gedanken und Ideen

„Psychologen schätzen, dass ein Durchschnittsmensch täglich 60.000 Gedanken hat. Bedauerlicherweise sind 95% dieser Gedanken exakt dieselben wie am Tag zuvor. Und die sind wiederum mit denen von gestern identisch.“*

Vor vier Jahren – als ich diese Sätze zum ersten Mal las – war ich verwundert, überrascht, fasziniert und desillusioniert zugleich. Heute kann ich dem nur zustimmen, wenn ich mich und meine Gedanken beobachte. Das heißt aber nicht, dass keine neuen Ideen entstehen können. Ideen sind – und das ist nicht neu – die Verbindung mehrerer Gedanken:

Am Freitag haben mich Regieanweisungen auf eine Form für eine neue Erzählung gebracht (Gedanke 1). Die Figur (Gedanke 2), von der sie handeln wird, begleitet mich schon längere Zeit in Gedanken. Als ich heute mit den ersten Sätzen und dem Handlungsverlauf angefangen habe, sind mir die Studententage am Schauspielhaus Frankfurt (Gedanke 3) eingefallen, von denen ich am Sonntag gelesen habe, als ich Romeo und Julia Karten bestellt habe. Ich habe mich gleich für zwei Workshops dort angemeldet, die mir bei meinen Recherchen helfen könnten. Ob ich teilnehmen kann, erfahre ich nächste Woche.

Aus meiner Idee ist dann dieser – vielleicht vorläufige – Satz entstanden:

Seine Brille sitzt schief und ich würde sie ihm gerne abnehmen, damit er mich nicht so deutlich vor sich sehen kann. Ich würde sie mir aufsetzen, ihn ansehen und er würde seine Konturen verlieren, nicht mehr er sein, sondern eine Erscheinung – nicht mehr als ein Gedanke.

*Aus: Karen Kingston: Feng Shui gegen das Gerümpel des Alltags (2008).

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